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2016-10-29• 4 Min. Lesezeit

Kostenlose Datenrettungssoftware für Windows: Recuva

Alle paar Monate ruft jemand in Panik an: eine wichtige Datei gelöscht, die falsche Festplatte formatiert, oder der Strom ist während eines Schreibvorgangs ausgefallen. Meistens sind die Daten gar nicht wirklich weg. Eine Datei zu löschen entfernt nur den Verweis darauf, die Bytes bleiben auf der Festplatte, bis etwas anderes darüber geschrieben wird. Genau darauf basiert Datenrettung.

Bevor irgendetwas anderes passiert

Der größte Fehler, den Leute machen, ist, die Festplatte weiter zu benutzen, nachdem ihnen aufgefallen ist, dass etwas fehlt. Jede neu geschriebene Datei erhöht die Chance, dass genau die Daten überschrieben werden, die man wiederherstellen will. Also:

  • Die betroffene Festplatte sofort nicht mehr benutzen
  • Die Festplatte wenn möglich als zweites Laufwerk in einen anderen Rechner einbauen
  • Für wiederhergestellte Dateien einen Zielordner auf einer anderen Festplatte wählen
  • Vor dem Scan festlegen, welche Dateitypen man braucht, das grenzt die Ergebnisse ein und beschleunigt die Sache

Recuva

Mein bevorzugtes kostenloses Tool für Windows ist Recuva, entwickelt von Piriform, der Firma hinter CCleaner.

Recuva Logo

Es unterstützt die üblichen Dateitypen: Fotos, Office-Dokumente, PDFs, sogar Musik von einem alten iPod. Zwei Modi sind dabei wichtig:

  • Schnellsuche findet einfache Löschvorgänge zügig und stellt die meisten Fälle wieder her
  • Tiefenscan durchsucht die Festplatte Sektor für Sektor nach Dateien, die die Schnellsuche übersehen hat. Das dauert länger, bei großen Festplatten teils deutlich länger, lohnt sich aber, wenn die Schnellsuche nichts findet

Recuva-Scanergebnisse mit wiederherstellbaren Dateien

Eine Funktion, die man nicht erwartet: Recuva kann auch ungespeicherte Word-Dokumente aus temporären Dateien wiederherstellen, falls eine Anwendung vor dem Speichern abgestürzt ist. Das hat manchen Leuten einen ganzen Nachmittag Tipparbeit erspart.

Ein normaler Scan stellt meistens die Dateien wieder her, der Tiefenscan fängt den Großteil des Restes ab. Sobald eine Festplatte stark überschrieben wurde, kann nichts mehr alles retten, deshalb gilt: je früher man aufhört und scannt, desto besser stehen die Chancen.

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